Buchverlag König

Irchwitz - Eine Ortsgeschichte

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Gerd Elmar König (Hrsg.)

Irchwitz

Eine Ortsgeschichte nach Reinhard Michaelis mit Bildern von Folker Schramm

Der heutige Greizer Vorort Irchwitz, der einst zusammen mit Aubachtal eine selbständige Gemeinde bildete, hat eine außergewöhnliche regionale Geschichte aufzuweisen. Diese wird nun erstmals umfassend in Wort und Bild in einem gebundenen, reich bebilderten Hartcover-Buch mit ca. 680 Seiten veröffentlicht.

So hatte Irchwitz dank der damaligen industriellen Entwicklung im Aubachtal und dem Göltzschtal (Papierfabrik), das ebenfalls zum Gemeindegebiet gehörte, zu seiner Zeit sogar ein größeres wirtschaftliches Potential aufzuweisen als die nahe Stadt Greiz. Dabei ist die Höhen- und Tallage des in zwei Hälften geteilten Ortes auch sinnbildlich für die soziale Lage der Bevölkerung. Während Felix Günther als Besitzer der Papierfabrik mit Erfolg die Produktion und den weltweiten Absatz seiner Papiere organisierte, hatten die obdachlosen „Lieb und Finger“ unter dem Felsvorsprung im Göltzschtal andere Sorgen.

Im Bezug auf heimatgeschichtliche und kulturhistorische Leistungen, die in Irchwitz ihren Ausgang nahmen, finden wir vor allem die jahrzehntelangen Archivstudien mit den folgenden Veröffentlichungen von Reinhard Michaelis (1882-1963) und die unermüdliche Sammeltätigkeit des Lehrers und Sagenforschers Rudolf Schramm (1902-1990), die mit diesem Band ihre nachträgliche Würdigung erfahren sollen. - Auch die sportlichen Leistungen von den Turnern und Arbeitersportlern Kurt Rödel (1904-1942), der zur damaligen Zeit als bester Einzelturner an den Geräten Reck, Barren und Pferd in Deutschland galt und 1925 den Sieg im Geräteturnen bei der „1. Arbeiterolympiade“ in Frankfurt / Main errang oder Walter Rahnfeld (1900-1981), der 1931 bei dem Olympiasieg im Zehnkampf bei der „2. Arbeiterolympiade“ in Wien erfolgreich war, die beide Irchwitz bzw. Greiz weit über die regionalen Grenzen hinaus bekannt machten, sollen nicht unerwähnt bleiben.

Zum Inhalt:

IRCHWITZ – eine Ortsgeschichte nach Reinhard Michaelis
Lage des Ortes
Allgemeine Ortsgeschichte

Die Zeit des Dreißigjährigen Krieges

Der Siebenjährige Krieg

Friedensjahre und die Zerschlagung der Domäne

Die Befreiungskriege

Irchwitz wird ein Ort der Industriearbeiter

Fortschrittliche Verwaltungstätigkeit

Der Erste Weltkrieg

Nach dem Ersten Weltkrieg

Die Versorgung des Ortes mit elektrischem Strom

Die Versorgung des Ortes mit Trinkwasser

Wege und Straßenverhältnisse

Die Bevölkerung

Die ältesten Häuser und ihre Besitzer

Die industriellen und gewerblichen Betriebe

Die Ablösung des Lehensgeldes …

Das Vereinsleben

Die Kirchen in Reinsdorf und Aubachtal

Reinsdorf und die anderen Orte des Kirchenkreises

Die Schulen in Reinsdorf, Irchwitz und Aubachtal

Irchwitzer Flurnamen

Aus der Tier- und Pflanzenwelt

Aus Natur und Landschaft

Die Beschäftigung der Bewohner

Sitte und Brauchtum

IRCHWITZ – eine erweiterte Ortsgeschichte

Sagen und Anekdoten
Ein böser Streich mit dem Irchwitzer Nachtwächter

Der Wind zu Irchwitz

Der Goldsucher von der Göltzsch

Das Schönfelder Schlangenkrönlein

Persönlichkeiten und Ortsoriginale

Der Wollhändler, Kauf- und Handelsherr Heinrich Ferdinand Göttling (1765-1850)
Der Zeugweber, Landwirt
und Ortsrichter Friedrich Wilhelm Bauch

Der Papierfabrikant und Industrielle Felix Reinhold Günther (1871-1952)

Der verarmte Lebemann, Erb- und Gerichtsherr Herr von Metzsch

Der Faulpelz, Dieb und Weber Biedermann

Der Klempner- und Klettermeister Bruno Dietzel

Der Schuhmachermeister Klaus Kratochwill

Johann Christian Hilpert (1796-1868) – ein unvergesslicher Gendarm

Die Höhlenbewohner des Göltzschtales „Lieb“ und „Finger“

Gottliebe Bennona Schröder – die Frau ohne Arme und Beine (1849-1918)

Der Lehrer und Heimat- und Sagenforscher Rudolf Schramm

Die Artistenbrüder Drechsler und ihre „Luftsensationsschau“

Der Alleinunterhalter, Humorist und Spaßvogel Felix Rapp (1878-1959)

Der einst älteste Chorsänger Deutschlands Max Jung (1890-1993)

Der Arbeitersportler, Turner und Mehrkämpfer Walter Rahnfeld (1900-1981)

Der Arbeitersportler und Kunstturner Kurt Rödel (1904-1942)

Der Ringer und Sportgemeinschaftsleiter Kurt Hoffmann

Der Ausdauerläufer und Sportfunktionär Walter Tröger (1916-1998)

Irchwitz in Gegenwart und Zukunft

Die Familien- und Firmengeschichte der Familie Löffler
Firmen in Irchwitz und der näheren Umgebung

Anhang

Alte Maße und Gewichte
Alte Geldsorten und Währungen

Einwohnerverzeichnis Irchwitz 1913

Orts-, Personen- und Sachverzeichnis

Fußnoten und Quellenangaben

Zum Herausgeber:

Gerd Elmar König wurde 1956 in einem Greizer Vorort im Vogtland geboren. Nach der zehnklassigen Schulzeit erlernte er einen Grundberuf in der Metallbranche und übte danach verschiedene Tätigkeiten im Kulturbereich seiner Heimatstadt aus. Nachdem er sich autodidaktisch mit Literatur und dem eigenen Verfassen von Texten beschäftigt hatte, studierte er in den Jahren 1984 bis 1989 an dem „Literaturinstitut Leipzig“ und schloss die Hochschule mit gutem Erfolg ab. - Er veröffentlicht seit 1980 Erzählungen, Gedichte, Essays und Hörspiele in Zeitungen, Zeitschriften und Anthologien. Für verschiedene Buch- und Funk-Veröffentlichungen erhielt er Literaturpreise im In- und Ausland und leitete Literatur-Werkstätten und Lektorats-Seminare im deutschsprachigen Raum. - In den Jahren 1991-1994 war er nach seiner initiierten Wiedergründung des „Greizer Heimat- und Geschichtsvereins e. V.“ verantwortlicher Redakteur der Zeitschrift „Greizer Heimatbote“. Parallel dazu gründete er im Jahr 1991 zusammen mit Michael Rudolf den „Verlag Weisser Stein“, der sich vor allem mit aufklärenden regionalen Buchprojekten und satirischen Streitschriften beschäftigte. Seit dem Jahr 1995 ist König im eigenen Verlag als Autor, Redakteur und Lektor und Herausgeber tätig und etablierte zunächst ein sachbezogenes Zeitschriften-Titelprogramm. Seit dem Jahr 2000 entwickelte er verschiedene Buchreihen zu den Themenschwerpunkten: Kultur- Regional- und Volksgeschichte, (Sachbücher), Abenteuer, Entdeckungen und Reisen (Sachbücher, Belletristik), Grenzwissenschaften und Zukunftsforschung (Sachbücher), Magie und Mythos, Märchen und Sagen (Sachbücher, Belletristik). Inzwischen umfasst das Verlagsprogramm ca. 200 lieferbare Titel.

Zum Autor:

Reinhard Otto Michaelis wurde am 22. November 1882 in einem kleinen Landhaus, „das auf der Heinrichstraße in Wildetaube, nahe an der Gemarkungsgrenze zu Wittchendorf lag“ (1), geboren. Seine Eltern waren der Handarbeiter Hermann Michaelis und dessen Ehefrau Ernestine, geb. Vetterlein, die dort in ärmlichen Verhältnissen lebten.Von Ostern 1889 bis Ostern 1897 besuchte er die zweiklassige Landschule seines Geburtsortes. Anschließend erhielt er, „nachdem seine Eltern zwei Grundstücke erworben und sich durch die dadurch mögliche Eigenversorgung der Familie die finanziellen Verhältnisse gebessert hatten“ (2), im Lehrerseminar des Fürstentums Reuß Ältere Linie in Greiz seine pädagogische Ausbildung.
Am 6. März 1903 legte er seine erste Lehrerprüfung ab. Daraufhin wurde dem Schulamtskandidaten die neu gegründete vierte Lehrerstelle an der Volksschule in Irchwitz übertragen. Nach der zweiten Lehrerprüfung am 17. Februar 1905 erhielt er seine feste Anstellung. Seit Ostern 1906 war er dritter Lehrer.

Am 19. Juli vermählte er sich mit Helene Malz, der am 27. Juli 1892 geborenen Tochter des Greizer Fleischermeisters Theodor Malz. Aus dieser Ehe gingen drei Söhne hervor.

Im Oktober 1926 übernahm er die Leitung der Volksschule in Greiz-Irchwitz, die er bis April 1945 innehatte. Im Dezember 1928 wurde er zum Oberlehrer und im April 1940 zum Rektor ernannt.

Neben seiner Lehrtätigkeit beschäftigte sich Reinhard Michaelis eingehend mit der geschichtlichen Entwicklung seines Arbeits- und Wohnortes sowie der näheren und weiteren Umgebung. Mit diesen Arbeiten war er in vieler Hinsicht richtungsweisend. Tatkräftig unterstützte er die Tätigkeit des „Vereins für Greizer Geschichte“.

Seine Forschungen fanden in zahlreichen Veröffentlichungen ihre schriftlichen Verankerungen. Vorrangig zu nennen sind seine vielseitigen Beiträge in den von Januar 1927 bis April 1941 von der Redaktion der „Greizer Zeitung“ herausgegebenen heimatgeschichtlichen Blättern „Vergangenheit und Gegenwart“. Seit Januar 1928 erschien die von ihm verfasste Artikelserie „Aus der Geschichte reußischer Dörfer“, in der vor allem die wirtschaftlichen und sozialen verhältnisse der Landbewohner anschaulich aufgezeigt wurden. Auch beschäftigte er sich mit Fragen des Naturschutzes.

Von 1950 bis 1952 stellte Michaelis auf Grund langjähriger Archivstudien seine Heimatkunde „Der Land- und Stadtkreis Greiz in Geschichte und Zahl“ zusammen. Gleichzeitig schloß er seine Ortsgeschichte „Irchwitz und die Tochtersiedlung Aubachtal“ ab. (…)

Auch nach 1950 war er weiterhin unermüdlich schriftstellerisch tätig. Außerdem vervollständigte er laufend ein weiteres Lebenswerk, seine Irchwitzer Schulgeschichte.

Reinhard Michaelis betrieb neben seinen umfangreichen heimatkundlichen Arbeiten auch noch intensiv pomologische Studien. Er war unter anderem der Gründungsvater des ‚Obst- und Gartenbauvereins Waltersdorf-Schönfeld-Irchwitz-Reinsdorf’ im Jahre 1920 und dessen Vorsitzender bis 1945. Die Gründung des ,Kreisvereins für Obst-, Wein- und Gartenbau’ im Jahre 1921 wurde von ihm maßgeblich initiiert und dessen Vorsitzender er ebenfalls seit der Gründung war. (…) Viele Fachvorträge im großen Kreisgebiet und darüber hinaus trugen dazu bei, das Interesse an unseren bewährten einheimischen Obstsorten zu wecken, wertvolle alte zu erhalten und vor Rodungen zu schützen.“ (3)
Am 27. März 1963 verstarb Reinhard Michaelis in seinem Einfamilienhaus in Greiz-Irchwitz. Sein verdienstvolles Schaffen lebt in dankbarer Erinnerung weiter.

Dr. Werner Querfeld mit Ergänzungen von M. Schenderlein


Quellenangabe: 1, 2, 3 Greizer Heimatbote, aus: Matthias Schenderlein: „Über die wechselvolle Geschichte eines
205-jährigen Hauses und die Sorgen und Nöte seiner vielen Besitzer“, Juni 2002, Seite 3 - 13

 680 S., mit vielen Farb- und Schwarz-weiß Abbildungen,dem Einwohnerverzeichnis Irchwitz 1913, dem Orts-, Personen- und Sachverzeichnis und Fußnoten und Quellenangaben. 
 Hardcover, gebunden, Format 16 x 24 cm. 

EUR 51,20 (A) / CHF 89,80

  

Anzahl:

  • ISBN: 978-3-943210-80-4
  • 65 Stück auf Lager


Dieser Artikel wurde am Donnerstag, 18. Juni 2015 im Shop aufgenommen.

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